Die grüne  Mühle

 

Auf dem Standort der westlichen (Orts näheren) Mühle stand bereits im Jahre 1613 eine Bockwindmühle,die im Februar 1662 einem Sturm zum Opfer fiel. Der Neubau konnte schon im August desselben Jahres in Betrieb gehen. 1856 ließ der Grimersumer Gutsbesitzer Bussen dort einen zweistöckigen Galerieholländer erbauen, der ab Februar 1857 genutzt wurde. Von1863 bis 1921 waren die Müller Johann Siemsen und anschließend dessen Sohn Leonard Siemsen Pächter der Bus­senschen Mühle.

1921 kaufte der Müllermeister Gerhard Schoof diese Mühle und betrieb sie gewerblich bis 1964 und zum Eigenbe­darf noch bis 1972. Während dieser Zeit konnten auf Grund zunehmender Technisierung und der Einführung des elektri­schen Stromes von den Bauern nun eigene kleine Schrotmüh­len genutzt werden. Deshalb wurden die meisten Windmühlen außer Betrieb gesetzt.

Zwischenzeitlich kam es ab etwa Mitte der dreißiger Jahre zu einem kurzen Wiederaufblühen der Windmühlen, die gerade in den schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahren die Versorgung mit Mehl, Schrot Graupen und Futtermitteln sicherstellten. Im Zuge des "Wirtschaftswunders" und des all­gemeinen Strukturwandels wurde dann jedoch der Betrieb vie­ler Mühlen gegen Mitte der fünfziger Jahre wirtschaftlich untragbar, so dass diese stillgelegt  werden mussten.

Zugleich war durch ein neues Tarifrecht und feste Arbeitszeiten das Mahlen mit Wind (z. T. nachts und in Über­stunden) teurer geworden als mit Motorkraft bei geregelter Arbeitszeit. Ab Ende der fünfziger Jahre wurde deshalb auch im Mühlenbetrieb von Gerhard Schoof nur noch gelegentlich die Windkraft zum Mahlen benutzt. Im Herbst 1972 musste dann der Betrieb eingestellt werden. Ein durch Sturm verur­sachter Flügelbruch legte die Windmühle lahm. Sie diente noch mehrere Jahre als Lagerraum und manchmal auch zum Reini­gen von Getreide.

1974 verstarb Gerhard Schoof. Sein Sohn Lükko erbte die Mühle. Auf Grund der großen finanziellen Belastungen durch die Mühlenerhaltung sah er sich 1975 gezwungen, die Mühle an den damaligen Landkreis Norden zu verkaufen.

In Zusammenarbeit mit der ebenfalls seit 1975 existie­renden "Vereinigung zur Erhaltung der Greetsieler Zwillings­mühlen" konnten 1976 der abgebrochene Flügel repariert und eine Teestube mit Kunstgalerie in den beiden unteren Etagen der Windmühle eingerichtet werden. Im Zuge der Kreisreform wurde 1978 der Landkreis Aurich Eigentümer der Mühle. Der Landkreis wiederum überschrieb sie im Jahre 1990 unentgelt­lich an die Greetsieler Mühlenvereinigung.

Seitdem unterhält die Mühlenvereinigung erfolgreich diese Mühle.  

 


 

 

 

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